Historisch

Aus dem Einsatzgeschehen

Im Februar 1972 kämpften Wehrmitglieder mehrere Tage gegen den “Blanken Hans”. Die Naturgewalten ließen eine besondere schwere Sturmflut entstehen. Dabei passierte das schlimmste Unglück welches Küstenbewohner treffen konnte, es brach der Deich an mehreren Stellen. Das tiefer liegende Deichhinterland musste vor den Fluten durch Einbringen unzähligen Sandsäcken geschützt werden.

Im Januar 1972 brachen im Nachbarort Sahlenburg zur fast gleichen Zeit auf vier Bauernhöfen Feuer aus. Dieser Einsatz hielt auch die Wehrmänner aus Stickenbüttel in Atem. Weil die nahen Hydranten eingefroren waren, mussten Tanklöschfahrzeuge die Erstversorgung mit Löschwasser übernehmen. Zahlreiche Tiere konnten nicht mehr aus den Flammen gerettet werden. Den Feuerwehrleuten gelang es jedoch, meherer Milchkühe dem Feuer zu entreißen. Trotz allem Einsatz der Helfer, wurden Familien in dieser Nacht obdachlos.

Am 14. Juli 1973 gab es Großalarm. Schon nach dem Ausrücken konnten die Feuerwehrleute einen riesigen Rauchpilz über das weithin bekannte Tanz- und Ausflugslokal “Waldschloss” in Brockeswalde erkennen. Der Saal, in dem am Abend zuvor noch der Verkehrsverein Stickenbüttel seinen Jahresball gefeiert hatte, brannte in voller Ausdehnung. Der Einsatz der Feuerwehren konnte den Totalverlust dieses wertvollen Lokals nicht mehr verhindern. Die Ursache hierfür war, dass in den großen Räumen die tragenden Bauelemente und die Verkleidung aus Holz gefertigt waren und somit, verbunden mit einem Brandbeschleuniger, den Flammen reichlich Nahrung gaben. Dies war ein herber Verlust für Stickenbüttel.

FF Stickenbüttel 6 Waldschloss

Am 18. März 1974 wurde die Wehr zu einem schweren Verkehrsunfall im Windeichenweg gerufen. Nach Erreichen der Unfallstelle, bot sich den Einsatzkräften ein fürchterlicher Anblick. Zweit Fahrzeuge waren frontal auseinander gestoßen. Die Fahrer mussten schwerverletzt aus den völlig demolierten Fahrzeugen geborgen und in Stadtkrankenhaus transportiert werden.

Im August 1975 sind Mitglieder der Stickenbüttler Wehr außerhalb der heimischen Gefilde tätig. Im Landkreis Celle hatte sich eine Waldbrandkatastrophe entwickelt. Nach dem die Brände schon einige Tage loderten, wird auf Anforderung des Niedersächsischen Innenminiteriums die Cuxhavener Feuerwehrbereitschaft mit insgesammt 14 Fahrzeugen mit dem Ziel Lüneburg in Marsch gesetzt. 24 Stunden sind auch die Stickenbüttler Feuerwehrmänner in der Ortschaft Oldendorf pausenlos im Einsatz. Danach kam aus Cuxhaven, für die nächsten 24 Stunden, die Ablösung.

Am 03. November 1982 wurde die Wehr zu einem Wohnhausbrand in den Brockeswalder Weg gerufen. Dieser Einsatz hat in den Köpfen der Kameraden noch lange nachgewirkt, denn sie entdeckten bei den Löscharbeiten in der Wohnung die Leiche einer Frau und hinter dem Haus den erhängten Ehemann. Dies war, mit Abstand, der grausigste Einsatz der Stickenbüttler Wehr.

Am 11. Januar 1986 brannte ein kleines, weitesgehend aus Holz und anderen leit brennbaren Materialien gebauten, Haus im Karl-Waller-Weg lichterloh. Als die Feuerwehr eintraf, schlugen die Flammen hoch aus dem Dach. Vom Haus und dem Inventar war trotz des schnellen Einsatzes eines Tanklöschfahrzeuges nicht mehr viel zu retten. Bei der Löschwasserversorgung gab es durch eingefrorene Hydranten einige Probleme.

20. Juli 1988 – Großbrand in Sahlenburg. An der Nordheimstraße brennt ein ehemaliges Hotel und Restaurant in voller Ausdehnung. Erstmalig kommt das kurz zuvor erhaltene LF 16-TS zum Einsatz.

Spektakulärer Einsatz der Stickenbüttler Wehr am 10. September 1990 in Brockeswalde. Für Aufregung in der Bevölkerung in und um Brockeswalde sorgte eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg. Aufgrund einer Luftaufklärungsaktion ist die englische 250kg schwere Litzbombe in den Wettern, hinter dem Gelände des Brockeswalder Sportplatzes, entdeckt worden. Wegen der Gefährlichkeit sollte die Bombe noch am gleichen Tage vor Ort gesprengt werden. Aus Hannover wurde zusätzlicher Sprengstoff per Hubschrauber eingeflogen. Nach bekannt werden des hoch explosiven Fundes, leitete die Polizei mit Unterstützung der Fuerwehr sofort Evakuierungsmaßnahmen im Umkreis von 500m des Fundortes ein. Die Zufahrtstraßen wurden gesperrt. Über Lautsprecher wurden die nächsten Anwohner aufgerufen, sich auf die Evakuierung einzustellen. Kurz vor 19 Uhr sprengten Experten die Bombe. Evakuierte Anwohner, die sich in der Döser Schule und im Stickenbüttler Feuerwehrhaus aufhielten, konnten anschließend in ihre Häuser zurückkehren.

09. Juli 1991 – Brand der Cuxhavener Fischhallen. Fast alle Cuxhavener Feuerwehren sind bei diesem Großbrand im Einsatz.

Am 18. Juli 1992 brennen auf dem Grundstück an der Dorfstraße drei miteinander verschweißte Wohnwagen. Diese waren mit Strohballen isoliert und wurden von dem Eigentümer als Wohnung genutzt. Insbesondere die “gut versteckten” Gasflaschen waren eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle.

22. Dezember 1996 - Brand eines Einfamilienhauses in voller Ausdehnung am Brockeswalder Weg. Dieses war die Ausgangslage, die von den Feuerwehrmännern beim Eintreffen an der Einsatzstelle vorgefunden wurde. Gemeinsam mit den Kameraden aus Döse konnte zwar ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbargebäude vermieden werden, das Brandobjekt selbst konnte jedoch nicht mehr gerettet werden. Die im Haus anwesenden Personen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Am 04. August 1999 brennt ein Teil des Truppenübungsplatzes in Altenwalde. Wieder sin dzahlreiche Wehren im Einsatz. Die Feuerwehr Stickenbüttel besetzt, neben ihren eigenen Fahrzeugen, auch ein Fahrzeug des städtischen Bauhofes, welches meherer tausend Liter Wasser mit sich führt und bei diesem Flächenbrand eine wertvolle Unterstützung ist.

Hochwassereinsatz an der Elbe. 27 Jahre nach dem letzten Einsatz, bei der Waldbrandkatastrophe 1975, wird die Kreisfeuerwehrbereitschaft Cuxhaven-Stadt wieder zu einem überörtlichen Katastropheneinsatz gerufen. Am 19. August 2002 rückt die Bereitschaft, unter der Führung von Brandabschnittsleiter Jürgen Bammann und stellv. Bereitschaftsführer Sven Behncke, mit rund 100 Feuerwehrleuten vom Ritzebüttler Marktplatz in Richtung Landkreis Lüneburg ab. In der Ortschaft Stipelsee (Amt Neuhaus) übernimmt sie eine Sandsackfüllstation. Aufgabe ist hier, die Versorgung der am Deichbau beteiligten Einsatzkräfte mit Sandsäcken. Am 22. Mai 2003 wurden die eingesetzten Kameraden in Anerkennung für ihren Einsatz mit der Hochwasser-Medaille des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.

Hochwasser 2002